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Mein erstes Titlis River Race

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Das Engelbergeraa-Rennen wie du es noch nie gesehen hast - nämlich aus der Baby-Perspektive!
  • Liv als Zuschauerin

Erstmal möchte ich mich vorstellen. Ich heisse Liv, bin viereinhalb Monate alt und war am Wochenende mit meiner Mama Annalena zum ersten Mal am Titlis River Race. Normalerweise würde meine Mama diesen Bericht schreiben, aber weil sie gerade viel zu tun hat (mit mir), übernehme ich das dieses Jahr. 

Ihr denkt vielleicht, ich kenne mich noch nicht aus mit Kanurennen, weil ich noch so klein bin. Falsch gedacht, ich habe mir das schon im April in Goumois angeschaut und bin eine richtige Expertin!

Mit meiner Mama bin ich am Samstag nach Wolfenschiessen gefahren. Dort haben wir uns am Start eingerichtet und zusammen mit Hansueli, Dani, Carolin und Raphael alles für das Rennen vorbereitet. Der Platz ist bei so heissen Temperaturen übrigens sehr empfehlenswert. Viel Schatten, immer wieder ein Lüftchen und genug Platz für meine Krabbeldecke. Nur die Ameisen haben mich ein bisschen genervt. Raphael und Carolin konnten sogar immer mal wieder ins Wasser steigen, sie mussten die Boote am Start festhalten. Ich glaube, das war der beste Job an diesem Tag. Das Rennen war die klassische Distanz (sagt Mama), also von Wolfenschiessen bis zum Schiessstand in Oberdorf. Ziemlich weit, wenn ihr mich fragt. Sogar Linus, der schnellste Athlet des Tages hat mehr als zwölf Minuten gebraucht. Zum Glück muss man nicht gleich mit so langen Strecken anfangen. Die jüngeren Athletinnen und Athleten durften weiter unten starten. Eliah hat die kürzere Strecke in sieben Minuten und 20 Sekunden geschafft. Das ist mir schon sympathischer. Einmal gab es ein bisschen Aufregung. Offenbar hat das Paddel von José den Weg nicht rechtzeitig an den Start gefunden. Er durfte dann aber ein bisschen später doch noch mitmachen. 
Richtig gefallen haben mir die Teamrennen. Da war Action! Immer drei Leute auf einmal und alle haben mir vor dem Start zugewunken. Ausserdem war noch mehr Wasser im Fluss. Mama meint, das wäre gut für die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer. Dabei hat Urs am Mittag doch sowieso noch die grössten Steine im Startbereich aus dem Weg geräumt. 

Nach dem Rennen sind wir mit dem Auto nach Buochs gefahren. Ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber mir gefällt dieser Teil von so einem Rennwochenende am wenigsten. Das habe ich dann auch mitgeteilt, bis mir vor lauter Aufregung kurz vor dem Wassersportzentrum doch noch die Augen zugefallen sind. Aber nicht für lange, da gab es nämlich wieder viel zu sehen. Komischerweise sind alle möglichen Leute zu mir gekommen, aus dem Tessin, aus Solothurn und sogar aus Holland! Ob die wirklich nur wegen mir da waren? Vielleicht hat der leckere Risotto von Toni auch eine Rolle gespielt. Auf jeden Fall waren alle sehr nett. Ich glaube, das ist auch so eine Eigenheit von diesen Kanurennen. Alle verstehen sich gut - wie eine grosse Familie. Am Schluss gab es dann noch die Rangverkündigung. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Nidwaldnerinnen und Nidwaldner am meisten auf dem Podest gestanden sind. Weiter unten könnt ihr euch die Ranglisten genau anschauen. Falls ich selber mal kanufahre, möchte ich auch in diesen Klub. Ein Paddel habe ich sogar schon, das hat Nora für mich organisiert! Und nächstes Jahr kann ich dann auch mit Nino und Co. im Wasserspiel rumrennen. 

Für die Sprintrennen am Sonntag mussten wir ziemlich früh aufstehen. Das macht mir aber gar nichts aus. Um neun Uhr war in Dallenwil der erste Start. Sprints sind aber eine ganz andere Geschichte als klassische Rennen. Es waren noch mehr Leute am Start (vielleicht weil es kürzer und weniger anstrengend ist?) und alle paar Sekunden ist jemand losgefahren. Richtig spannend! Falls ihr auch mal zuschauen kommen möchtet, empfehle ich euch, viel Sonnenschutz mitzunehmen. Von angenehmem Schatten war da nämlich nicht viel zu sehen. Da hatten es die Paddlerinnen und Paddler auf dem Wasser besser. Am liebsten habe ich den U12 und U14 Kategorien zugeschaut. Die haben mich richtig beeindruckt. Mama sagt, es ist eine richtig gute TG3 und TG2 (TG heisst Trainingsgruppe, falls ihr das nicht wisst). Vivi, Caroline, Nino, Benno, Devin, Pirmin, Eliah, Jaron und Jonas sind alle in Abfahrtsbooten oder Wavehoppern gefahren und ohne Probleme ins Ziel gekommen. Ich weiss gar nicht, wie die sich merken können, bei welchem Stein man wo vorbeipaddeln muss. 

Die letzte Kategorie des Tages war aber auch lustig. Da sind lauter Pärchen miteinander im Kanadier- oder Kajak-Zweier gestartet. Also nicht nur Verliebte, auch Geschwister oder Freunde und so. Es sollen hier ja keine Gerüchte entstehen. Ich denke, so in zwei, drei Jahren kann ich Mama oder Papa sicher davon überzeugen, dass sie das mit mir machen. Oder Samuel führt eine neue Kategorie ein: Den Family-Sprint!?

Am Schluss war dann wieder Zeit für die Rangverkündigung. Die war bei der Festwirtschaft und da gab es lauter leckere Sachen. Ich denke, ein Besuch bei Florina und ihrem Team lohnt sich auch, wenn man gar nicht kanufahren kann. Mama und Papa haben auf alle Fälle leckeren Kuchen gegessen. Auf dem Podest ging es ähnlich zu und her wie am Samstag, dauernd kamen Nidwaldnerinnen und Nidwaldner nach vorne. Das Rennen war eben auch die Schweizermeisterschaft für die U14 Kategorie und da ist unser Eliah jetzt Doppelschweizermeister und Vivi Vizeschweizermeisterin. Caroline und Benno haben an der SM die Bronzemedaille geholt. Logisch klatschen da alle die ganze Zeit. 

Leider war es dann auch schon wieder fertig. Zack, zack, haben alle ihre Boote wieder aufgeladen und das restliche Material versorgt. Plötzlich waren da richtig viele helfende Hände. Ich weiss gar nicht, wo die auf einmal alle hergekommen sind. Wahrscheinlich aus dem Schatten. 

Ich fand es ein richtig tolles Wochenende. Falls ihr noch nie am Titlis River Race wart, solltet ihr nächstes Jahr unbedingt mal vorbeischauen. Ich werde da sein!