Direkt zum Inhalt

Wildwasserlager Simme 2024

W
F
KCNW Wildwasser-Lager 2024 – mehr als Kanu fahren
  • Paddeln auf der Simme

Dieses Jahr hat der KCNW einmalig zusätzlich zum Oster-Lager ein Wildwasser-Lager für die erfahrenen Jugendlichen im Simmental durchgeführt.

Unmittelbar vor dem Lagerhaus «Kanu Lodge» liegt die Simme. Auf dem Fluss gibt es Abschnitte mit verschiedenen Schwierigkeitsabschnitten. Der Bach hat zahlreiche Kehrwasser und unterschiedliche Strömungen. Die kleineren und grösseren Felsbrocken erzeugen Wellen und Walzen. Diese eignen sich perfekten, um das Traversieren, das Einfahren in die Strömung zu üben und das Eskimotieren anzuwenden. So wählten die Leitenden je Gruppe, das optimale Boot und abhängig vom Wasserstand die passende Trainingsstrecke. Nur am Freitag gab es besondere Anforderungen an die Trainings-Strecke: Wo kann man am Ufer sicher stehen und wo ist der Bach genug Tief zum Schwimmen. Genau an dieser Stelle führten wir die Sicherheits-Übungen durch: Wurfsack-Werfen, richtiges Fluss schwimmen, gekentertes Material sichern und retten.

Wir halten am Ende vom Lager fest: Durch die mehrfache Befahrung der gleichen Stelle konnten die Teilnehmenden ihre Ängste vor dem Wildwasser abbauen und trauten sich Tag für Tag immer mehr zu. So glänzten die Augen der WW-Einsteiger Benno, Cyrill, Devin, Diego, Eliah und Vivienne beim Surfen auf den Wellen und mit stolzer Brust berichteten sie am letzten Tag im Lagerhaus von «Kehrwasser mit den Tunnel-Ästen». Auch ein Höhepunkt und grosser Stolz für die erfahreneren WW-Paddler ist die erfolgreiche Befahrung des herausfordernden Abschnittes «Heidenweidli». Herzliche Gratulation an Julia, Damir, Timo und Tobias! Übrigens: Die beiden TG’s wurden situativ erweitert mit den erwachsenen Paddlern Andrea B., Andrea S. und Michaela W. Alle 3 üben sich im WW-Fahren und genossen das Trainieren mit den jugendlichen Trainingsgruppen.

Zu Beginn bestand das WW-Leiter-Team aus den Nachwuchs-Leitenden Samuel, Cornel, Nora, Luis und Johnah. Sie übergaben am Freitag Mittag den Leiter-Stab an die «Senioren» Raphael, Urs und Reto. Nur Anita bleib für die Lagerteilnehmenden die Konstante. Sie stand täglich im Einsatz und begleitete situativ die TG2 oder TG3.

Damit ein solch programm-intensives Kanulager überhaupt möglich war, gab es zwei «Staff»-Teilnehmer: Otto und Heinz. Die mitgebrachten Kuchen hat Otto als Zvieri oder Bettmüpfeli passend in die Tagesverpflegung eingebaut und mit den mitgebrachten Lebensmitteln die Paddler verköstigt. Otto hat die einfache Küche bestmöglichst genutzt und simple Speisen zubereitet. Ein herzliches Dankeschön geht auch an den unermüdlichen Clubbus-Fahrer Heinz. Er hat die beiden TG’s an unterschiedlichen Stellen abgeladen und sie zurückgeholt, die beiden Kanu-Anhänger an den gewünschten Stellen zwischenparkiert nach ersten Missverständnissen unterwegs auch noch die fehlende Verpflegung (frisches Brot / Früchte / Tee / etc.) eingekauft. Vielen herzlichen Danke Heinz!

Nebst den täglichen Kanufahrten auf der Simme hatten die Jugendlichen auch Zeit für weitere Aktivitäten. Das im Wald gesammelte Holz wurde an der Feuerstelle vor dem Haus verfeuert. Beim Kartenspiel wurde in geselliger Runde die Zeit vertrieben. Rund ums Haus wurde 1514-Verstecken gespielt. Auch fanden wir Zeit für die Exkursion in die bekannten Höhlen Zwärgliloch, Schnurenloch und Mamilchloch.

Glücklicherweise mussten in diesem Lager lediglich Angst-Tränen getrocknet, mit Tape die Blasen auf den beanspruchten Kinderhänden getapt und mit Salbe die verschlagenen Beine gehandelt werden. Selber herausgefunden haben die Jugendlichen, dass sie mit kaltem Wasser den Brennnessel-Juckreiz selber lindern können 😊

Als TG3-Mami ist mir die Förderung der Selbständigkeit auch am Lande ein grosses Anliegen. So haben wir Leitenden dafür gesorgt, dass die Schützlinge lernen, die nassen Kanusachen an der Wäscheleine zum Trocknen aufhängen, die Matratze mit Fixleintuch zu beziehen, das dreckige Geschirr mit Abwaschbäseli zu reinigen und bei der täglichen «Schissi-Tour» die Toilette ordentlich zu reinigen.

Apropos Toilette: Am Samstag hat sich der Kanalisations-Abfluss so heftig verstopft, dass es einen Rückstau bis in den Sanitär-Raum gab. Danke an die tapferen Leiter, die mit «guslen» (4 Meter Schlauch in den Kanal einführen) die Verhockung nach rund 1h lösen konnten.

Nun geht’s wieder an die frische Luft: Das Nachtessen gabs auf der sonnigen Terrasse der Lodge. Und noch mehr frische Luft gabs beim letzten Kanu-Training am Sonntag Morgen. Dann nochmals kurz staubige Luft beim Reinigen der Schlaf-Räume und der Küche. Schlussendlich ist die ganze Truppe um 13Uhr zufrieden und happy nach Buochs abgereist.

Lagerbericht von Michaela Wyss