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Wunderbare Heim-Weltmeisterschaft auf der Muota

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Was war das für eine Weltmeisterschaft! Wir sind immer noch sprachlos und können kaum glauben, was wir in den letzten Tagen im Muotatal erleben durften.
  • Das Schweizer Team mit Medaillen

Ein ganzes Dorf voller Schweizer Fahnen, nahezu die komplette Kanu-Schweiz an den Ufern der Muota, strahlender Sonnenschein von früh bis spät und dazu noch die tollen Resultate des Schweizer Teams - besser hätte es nicht mehr werden können.

Aber lasst uns von vorne anfangen. Am Montag reiste das Schweizer Team inklusive unserer Athletinnen und Athleten Benjamin MüllerFlavia ZimmermannHannah MüllerCornel Bretscher und Jonah Müller ins Muotatal. Mit von der Partie war natürlich auch Linus Bolzern, der zwar für den Kanu-Club Luzern startet, bei uns aber auch Mitglied ist. Das Quartier im Restaurant Hölloch wurde bezogen und bis Mittwoch standen die letzten Trainingsfahrten an. Zu Beginn der WM-Woche führte die Muota noch sehr viel Wasser, aber unsere Nidwaldner hatten jeden Mittwoch seit Ostern gemeinsam mit den anderen Schweizern auf der Muota trainiert und liessen sich nicht beeindrucken. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Fahrerinnen, ohne euch hätte es keine Wildwassertrainings gegeben!

Die Zeit verging wie im Flug und schon stand am Mittwoch die Eröffnungsfeier auf dem Programm. Beim Einzug bekamen wir zum ersten Mal einen Eindruck davon was es bedeutet, eine Weltmeisterschaft zu Hause zu haben. Ganz Muotathal war mit Schweizer Fahnen geschmückt, am Strassenrand wurde für das Schweizer Team am lautesten gejubelt und nur der Schweizer Mannschaft gelang es, mit den Trychlern Schritt zu halten :-). Die Feier, übrigens organisiert von unseren Klubmitglieder Inge Kuttenberger und Heinz Wyss, war sehr stimmig und wir konnten die Wettkämpfe kaum abwarten.

Im klassischen Rennen überzeugte einmal mehr Hannah Müller. Obwohl sie immer noch bei den Juniorinnen startet, gelang ihr ein tolles Rennen und sie klassierte sich mitten in der Weltelite auf Platz 9. Flavia Zimmermann beendete ein solides Rennen auf dem 14. Rang. Beachtlich waren auch die Leistungen der beiden Kanadierfahrer Benjamin und Jonah Müller. Mit den Rängen 20 und 21 dürfen die beiden sehr zufrieden sein. Bei den K1 Herren egalisierte Linus Bolzern das Schweizer Bestergebnis der Neuzeit mit Rang 12. Cornel Bretscher klassierte sich auf Rang 38 und verfehlte die Top 30 nur knapp. Die am Freitag folgenden Teamrennen waren an Spannung kaum zu überbieten. Bei den Damen konnten die Schweizerinnen mit Melanie Mathys, Sabine Eichenberger und Hannah Müller den Hunderstelkrimi für sich entscheiden und gewannen mit nur 3 Hundertstel Vorsprung auf den vierten Platz die Bronzemedaille. Damit hat zum ersten Mal in der Klubgeschichte eine Nidwaldnerin eine Medaille an einer Elite-Weltmeisterschaft gewonnen. Gratulation!

Das WM-Wochenende stand dann ganz im Zeichen des Sprints. Zunächst waren die Hunderstel und Zehntel aber nicht ganz auf unserer Seite. Hannah Müller verpasste trotz einer perfekten Fahrt im oberen Teil den Final bei den Damen um einen Rang oder 31 Hundertstel und auch Linus Bolzern konnte sich bei den K1 Herren nicht qualifizieren. Ein Ausrufezeichen setzte Cornel Bretscher. Der 16-jährige zeigte zwei sehr gute Sprintläufe und wurde am Ende 30. in einem Feld von 60 Herren. Doch es kam noch besser, Cornel war drittschnellster Schweizer und hatte sich somit für die Mannschaft am nächsten Tag qualifiziert. Die anderen Nidwaldner Athletinnen und Athleten zeigten ebenfalls gute Leistungen, konnten aber noch nicht ganz vorne mitmischen. Am Sonntagnachmittag bei den Sprintrennen tobte das Muotatal. Über 1000 Zuschauer warteten am Ufer gespannt auf die Vorstellung der Schweizer Teams. Als erstes Team griffen die Damen mit Melanie Mathys (Solothurn), Flavia Zimmermann und Hannah Müller ins Geschehen ein. Rund um den Muotastein zeigten die drei Damen ein perfektes Rennen, mussten dann aber leider einen Fahrfehler in Kauf nehmen. Am Ende resultierte der undankbare vierte Rang. Ähnlich erging es den Kanadierfahrern mit Fabio Gretener (Sempach), Benjamin Müller und Jonah Müller. Zwar konnte das Team einen Fahrfehler am Muotastein gut retten, zu mehr als Rang 6 reichte es aber noch nicht. Die Sprintstrecke auf der Muota verlangt den Athletinnen und Athleten wirklich alles ab (übrigens auch den Betreuern, bei A.K. aus L. wurde während den Schweizer Einsätzen ein Puls von 180 registriert. Man munkelt, dass die Videoaufnahmen deswegen ab und zu etwas verwackelt waren.). Ein sensationelles Rennen zeigten die Schweizer Herren mit Nico Meier (Solothurn), Linus Bolzern und Cornel Bretscher. Sie machten die verpassten Finalqualifikationen vom Vortag mehr als wett und klassierten sich mit einer nahezu perfekten Fahrt auf dem fünften Rang! Damit erreichten sie das beste Ergebnis eines Schweizer Sprint-Herrenteams an Weltmeisterschaften. Nicht vergessen, dabei war unser erst 16-jähriger Cornel Bretscher! Wir dürfen gespannt sein, was wir in Zukunft von diesem Team noch zu sehen bekommen.

Zum Schluss möchten wir uns bedanken. Beim OK, bei allen Helferinnen und Helfern, bei den zahlreichen Fans, beim Wettergott und beim ganzen Kanuclub Nidwalden für die tolle Unterstützung, die wir immer von euch bekommen. Das ist nicht selbstverständlich und wir sind sehr sehr dankbar dafür!

P.S.: Janis Amstad und Lusi Clavadetscher waren an der WM als Vorfahrer im Einsatz und zeigten, dass der Kanuclub Nidwalden auch in der nächsten Generation mit talentierten Athleten vertreten sein wird.

P.P.S.: Geschichten von der Abschlussparty werden mündlich überliefert. Nur so viel: C.B. aus B. ist auch ein talentierter Tänzer/Basketballspieler, L.B. aus A. und H.M. aus B. machen gerne Mondscheinspaziergänge und Ch.F. aus E. vergissst manchmal, rechtzeitig aus dem Bus auszusteigen.